Bordverpflegung

Energieaufnahme vor und während des Rennens

Die Ernährung spielt bei jedem Wettkampf eine Rolle. Bei Langstreckenereignissen jedoch nicht nur davor, sondern auch während des Rennens. Dabei geht es nicht  nur um Flüssigkeitsaufnahme besonders auch darum genügend Energie zu tanken

Wettkampfvorbereitung

Jeder Marathonathlet weiß wie wichtig es ist, am Abend vor dem Start viel Kohlenhydrate reinzuschaufeln. Das sind dann die klassischen Nudelparties.

Das Bunker leerfahren

Was heute unter dem Stichwort "Carboloading" bekannt ist hat der Genf4er schon in den frühen 80ern kultiviert. Zunächst braucht es eine mindestens fünf stündige Ausdauerleistung, um alle Kohlenhydratspeicher in der Leber, besonders aber in den Muskeln zu erschöpfen.
Wenn man bei diesem Training das Gefühl hat beim rudern gleich einzuschlafen, hat man alles richtig gemacht. Das "auslaugen" der Muskeln soll später zu einer Hyperkompensation führen, d.h. der Muskel speichert dann pro kg Gewebe deutlich mehr Kohlenhydrate als vorher.

    

 

Die "Diät" Teil 1

Jetzt wird es wirklich anstrengend, nicht nur physisch sondern psychisch. Nach der Ausdauerleistung wird drei Tage (fast) nur Eiweiß gegessen. Zum Frühstück, zum Mittag- und Abendessen und zwischen durch. Zucker ist absolut tabu. Der Körper lechzt geradezu nach Zucker. Das erlösende Gefühl beim Trinken einer Cola light, verschwindet in Bruchteilen einer Sekunde, da der Körper sofort registriert, das schmeckt zwar süß ist aber gar kein Zucker. Man fühlt sich schlapp und hat Mühe sich zu konzentrieren. Idealerweise wird ein leichtes Training eingebaut, um die Reserven noch weiter zu erschöpfen.

Die "Diät" Teil 2

Der Abend vor dem vierten Tag nach der Ausdauerleistung ist geprägt von Vorfreude und zwar auf Kohelenhydrate. ​Den am Morgen danach gibt es Cornflakes. Mit Banane und fettarmer Milch. Wer mag auch mit Honig. Jetzt gilt es nur noch Kohlenhydrate zu verspeisen. Am besten langkettige. Die Leistungsfähigkeit des Körpers kehrt zurück. Es darf niemals Hunger entstehen. Jetzt gibt es Vollkornbrötchen mit Marmelade, Nudeln, Kartoffeln und alkoholfreies Bier. Trinken ist wichtig, denn das Speichern der Kohlenhydrate braucht Wasser. Das sich die "Bunker" füllen merkt man auch daran, dass die Hosen plötzlich zu eng werden. Nicht nur am Bauch sondern auch an den Beinen. Eine Gewichtszunahme von 1-3 kg ist normal.

Der Abend vor dem Rennen

Verpflegung an Bord

Bei der Wettkampfverpflegung hat jeder seine eigenen Vorlieben. Gab es in den ersten Jahren für jeden ein Brot dünn belegt mit Butter und Schinken, eine Tafel Schokolade (Nuß, Marzipan, Olympia, Joghurt)  eine Banane , eine Flasche mit blütenzarten Haferflocken in Tee aufgelöst, war der Speiseplan später eingeschränkter und individueller.  Mit der Zeit wurde immer weniger vom Proviant verzehrt, da man sich auf das Trinken von "Longenergy" fokussierte. Mindestens bei jedem Wechsel alle halbe Stunde. Und zwar als Druckbetankung, soviel wie irgend möglich. Das führte allerdings nach ~8h beim ein oder anderen zu starker Übelkeit bis hin zu einem trockenen Erbrechen. In der ersten Steuerphase ein Schinkenbrot, das milderte die Übelkeit. Es hat allerdings 20 Jahre gedauert, bis diese Erkenntnis gewonnen wurde. Salztabletten gegen Krämpfe und Koffeintabletten als Kaffeeersatz rundeten das Menü ab.

nach oben