der Genf 4er
Im der Riemenkategorie eine Klasse für sich
20 und mehr Jahre warteten Matthias Decker und Andy Orth auf diesen Sieg
nach obenMitglied der Genfer Mannschaft zu sein ist etwas ganz besonderes
Der Genf 4er startete 1978 im Riemenboot und gewann zum ersten Mal 1982 die Riemenwertung. Es folgten zahlreiche Kategoriesiege, die seine Erfolgsgeschichte prägten.
1984 wurde das Rennen aufgrund von schlechtem Wetter bei Rivaz abgebrochen. Der Genf 4er hatte die Boje längst passiert und erfuhr erst kurz hinter Montreux vom Abbruch. Der Skipper eines Begleitmotorboot gab die Info an das Team aus LU und empfahl ans Ufer zu rudern. Die Mannschaft entschied sich nach kurzer Diskussion weiter zu rudern. Ein warten auf die Abholung mit Bootshänger würde fast genauso lange Dauern wie das Rudern nach Genf, nur dass man dabei auskühlen und erbärmlich frieren würde. So querte der Genf 4er einsam und verlassen viele Stunden später die vermeintliche Ziellinie in Genf, als das erste von zwei Booten überhaupt. Der Regattabegleiter Thomas Kern hatte dort ausgeharrt. Er war überzeugt davon dass der LRV 4er ankommen würde. Aufgrund eines Protests einer anderen Mannschaft wurde das Rennen zunächst nicht gewertet. Die Crew war enttäuscht und frustriert, so dass man im darauffolgenden Jahr nicht angetreten ist.
Jahre später wurde der Sieg dann aber doch anerkannt.
In der Vorbereitung muss die Mannschaft sich aufeinander einspielen. Dazu gehört auch, dass man in die Grenzbereiche sowohl physisch als auch psychisch eintaucht. 540km rudern in vier Tagen, von Ludwigshafen nach Rotterdam geben dazu gute Gelegenheiten. Man brauchte drei Anläufe diese Mördertour zu absolvieren. Bei der ersten soff das Boot in der Loreley ab, bei der zweiten war in Kleve am Niederrhein Schluß. Der Wind war zu stark ein rudern wurde unmöglich. 1997 endlich schaffte man die Tour. Aus dem Plan auf die Nordsee raus zu fahren wurde allerdings nichts. Die Ozeanschiffe im Rotterdamer Hafen kauften der Mannschaft den Scheid ab. Die Pötte waren doch um einiges größer als die Rheinschiffe, die man gewohnt war.
Gefühlt in der besten Form des Lebens wurde die Tour du Lac Leman bei Rivaz abgebrochen. Der Genf 4er mußte zum Anlegen gezwungen werden. Die Wellen auf dem See waren zwar hoch aber langgezogen und in der Einschätzung des LRV Teams völlig ungefährlich. Die Wasserschutzpolizei kam zu einer gänzlich anderen Einschätzung der Lage.
Der Wetterbericht verhieß nichts gutes. Regen, Wind Wellen das volle Programm. Der Kurs wurde geändert und komplett auf die schweizer Nordseite des Sees gelegt. Der Genf 4er musste bei Lausanne in den Hafen einfahren, weil die Fahrtgeschwindigkeit auf dem See nicht ausreichte damit die Lenzklappen das Wasser aus dem Bootsrumpf absaugen konnten. Im Hafen war es aber möglich. Mit gelehrtem Boot ging es wieder auf den See. Lächle und sei froh, denn es könnte noch schlimmer kommen. Sie lächelten und waren froh und sind schließlich in Sichtweite des Ziels etwa 3km vorher abgesoffen. Klatschnass und komplett ausgekühlt erreichte man 2 Stunden später den Hafen. Das war im Skullboot, machte die Sache aber nicht besser.
23 Jahre nach der ersten Teilnahme im Jahr 2001 erzielte der Genf erstmals den Gesamtsieg über 160km. Und das mit einem neuen Riemenbootrekord von 12h 53' inklusive 5 Strafminuten. Dieser Rekord ist bis dato ungebrochen.