Kompassnavigation

Kompassnavigation

Eine Seekarte Kursen, Wechselplan und Zeitvorgaben für die Kontrollbojen war fester Bestandteil der Ausrüstung. 
Anhand der Kursangaben konnte am Ufer ein Zielpunkt fixiert werden, den es anzusteuern galt. Bei längeren Distanzen mit gleicher Peilung war dies nicht immer ganz einfach. 2001 hatte Andy die Boje bei Nyon knapp verfehlt, was zwar 5 Strafminuten brachte, aber den Gesamtsieg mit Riemenbootrekord nicht verhindern konnte....

Die Letzte Boje bei Yvoire ist dem Genf4er zu verdanken.
Zuvor wurde die Boje bei Sciex eingeführt, damit man nicht mehr weit draußen die Schweinebucht queren musste.
Dort ist das Wasser Nachts oft sehr kappelig gewesen und einige Boote hatten große Schwierigkeiten diese Strecke zu überwinden.
In den späten 80ern gab es vor Le Bouveret an eine heißes Bord an Bord Rennen zwischen einem französischen Vierer und dem LRV.
Da die Wechsel mit dem Steuermann in den beiden Booten zeitlich etwas verschoben war, war mal das eine dann das andere Boot vorne.
Bei der Einfahrt in die Schweinebucht Richtung Scciex lag der LRV vorne und man dachte man habe die Franzosen endgültig abgehängt.
Jedoch bei Yvoire gab es plötzlich ein laut schabendes Geräusch und das Boot verlangsamte abrupt seine Fahrt und kam zum Stillstand.
Die Mannschaft war geschockt. Felsen knapp unter Wasseroberfläche waren zum Verhängnis geworden.
Die Untiefen waren der Crew zwar bekannt, aber der Steuermann war nach dem über 40km langen kräftezehrenden Kampf mit dem gegnerischen Boot entsprechend ko und hatte einen Navigationsfehler gemacht.
Glücklicherweise war die Bootshaut intakt geblieben, da der Kahn nur mit der Kielleiste aufgelaufen war.
Ohne lange zu zögern kletterten Michel Decker und Andy Orth, die gerade im Bug des 4ers saßen, über Bord ins kalte Wasser, ohne zu Wissen ob sie überhaupt Grund unter die Füße bekommen würden. Glücklicherweise waren aber noch genug weitere Felsen in ein bis anderthalb Meter Wassertiefe vorhanden, so dass sie darauf stehen und den Kahn vom Felsen ziehen konnten.
Derweil kam der französische Vierer heran und überholte die Ludwigshafener lachend. Es war wohl mehr ein Lachen aus Erschöpfung und Verzweiflung als pure Häme.
Die LRVler aber bekamen eine mächtige Wut in den Bauch. So nicht meine Herren.
Es wurde gekeult, dass sich die Riemen bogen. Zumindest gefühlt.
Und tatsächlich kurz vor dem Ziel hatte man sie wieder eingefangen.
Die Körper der Jungs waren im reinen Überlebensmodus
Die Arme und Beine verkrampften, das halten der Riemen in den Händen schien fast unmöglich.
Und dennoch war der Wille so stark, dass der Genf4er vor den Franzosen die Ziellinie überquerte.
Als Konsequenz dieser Havarie hatten die Veranstalter ein Jahr später eine letzte Kontrollboje am Ende der Bucht eingeführt.
Sozusagen eine LRV Gedächtnisboje.
Mittlerweile navigieren fast alle mit einem elektronischen Navigationsgerät und die Kursbestimmung ist dadurch etwas in den Hintergrund getreten.   

Seekarte und Kompass

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