Bis Mitte der 90er Jahre war der Start des Rennens um 14.00 Uhr. Das Rennen wurde auch bei schlechten Bedingungen unverändert gestartet. Im Zweifel ist der Sieger wer am weitesten kommt. Dann aber waren die Bedingungen 1997 so schlecht, dass die Seenotrettung Probleme hatte alle vollgeschlagenen Boote in Sicherheit zu bringen. Der LRV Vierer lies sich aber von den Bedingungen nicht beeindrucken und die Mannschaft wollte die Fahrt fortsetzen obwohl das Rennen offiziell abgebrochen wurde. 1984 wurde das Rennen schlieslich ebenfalls abgebrochen, der Genf 4er hatte sich damals nicht davon beeindrucken lassen und fuhr die Tour zu Ende bis nach Genf. Dieses mal jedoch, zwang ein Begleitmotorboot den Vierer dazu bei Rivaz ans Ufer zu fahren.
Der Frust war gigantsich, denn man fühlte sich in Lebenshöchstform, da der Vierer in diesem Jahr bei der Vorbereitung die 4 Tagesfahrt von Ludwigshafen nach Rotterdam, nach zwei Fehlversuchen in den Vorjahren, geschafft hatte.
Nicht nur die Regattaregeln auch das Wetter hat sich im Laufe der Zeit geändert.
War es in den 80er Jahren noch kalt, man führ allerdings auch durch die Nacht, so wurde es in den 2000er immer wärmer.
Warme Getränke in Isolierboxen brauchte man dann nicht mehr.
Vom Ruderplatz auf den Steuermannssitz
Der Steuermann auf dem weg zum Ruderplatz. Auch der Schlagmann rutscht hier durch
und sofort wieder losrudern, um keine Zeit zu verlieren
Ursprünglich gab es im Genf 4er fast einstündige Steuerphasen. Man ging zwar richtigerweise davon aus, dass die Wechsel Zeit kosten, unterschätzte aber den jeweiligen Erschöpfungsgrad.
Bei Einstunden Wechsel muss man 4 h am Stück rudern. Bei 30 Min. Wechsel muss man im Gegensatz dazu doppelt so oft anhalten. Eine Stunde steuern kann zum auskühlen des Steuermanns führen. Er braucht dann länger um wieder in "Gang" zu kommen.
Beim Wechsel macht das Boot keine Fahrt. Dauert der Wechsel nur eine Minute länger kann sich das auf bis zu 30 Minuten summieren und somit Rennentscheidend werden.
Das war bis in die 90er Jahre ein Vorteil des Genf 4ers, da die Wechsel in der Regel "blitzschnell" von statten gingen.
Mit den Jahren hat aber die Gelenkigkeit abgenommen und die Wechsel dauerten länger.
Mit dem Knall einer Kanone wird traditionell jede Tour du Lac gestartet
Bis in die Mitte der 90er Jahre ging es der Genf 4er eher entspannt an. Man wusste, dass das Rennen nicht am Start entschieden wird sondern auf der Strecke. Darüber hinaus hatte man zumindest zu Beginn den Vorteil der Ernährung vor und während des Rennens im Hinterkopf.
Durch die ausgeklügelte Diät konnte die Mannschaft länger durchhalten. D.h. sie baute nach hinten raus weniger stark ab als viele gegnerische Boote.
Seit 1997 konnte man sich nicht mehr darauf verlassen, dass der Kurs wegen schlechter Wetterbedingungen trotzdem unverändert blieb. Manchmal wurden die Rennen einfach abgebrochen, oder Kurs wurde schon vorher gekürzt oder im Verlauf angepasst. Da war es schon wichtig möglichst schnell die gewünschte Position im Feld zu finden.
2023 bei der letzten Teilnahme hatten sich die Jungs einen Spaß daraus gemacht, zu Starten wie bei einem Sprint, um als erster die Wendeboje nach 500m Wegstrecke zu nehmen. Das ist ihnen auch gelungen, hatte aber keine Auswirkung auf das Gesamtergebnis.